Sturm Graz bleibt am Samstag mit einem 1:0-Heimsieg über den SCR Altach in der Frühphase der Fußball-Bundesliga-Saison vorne mit dabei. Allerdings wurde das Ergebnis dieses Spiels zu einem Nebenschauplatz. Vor und nach der Partie drehte sich fast alles um die Causa Yann Massombo. Der Altach-Spieler hatte am Freitag nach absolviertem Abschlusstraining die Fahrt nach Graz verweigert. „Wir haben versucht, ihn umzustimmen. Aber er war da sehr klar und ist nicht in den Bus gestiegen mit der Begründung, dass er den Verein wechseln möchte“, sagte Sportdirektor Philipp Netzer. Unterdessen ist die Kritik am früheren Altach-Trainer und nunmehrigen Sturm-Graz-Coach Fabio Ingolitsch immer lauter geworden. Dieser hatte am Samstag nämlich zugegeben, Gespräche mit Massombo geführt zu haben. ## Keine offizielle Anfrage Vereine dürfen mit Spielern, die noch länger als ein halbes Jahr unter Vertrag stehen, ohne Zustimmung des aktuellen Vereins nicht verhandeln. Massombo spielt seit dem vergangenen Sommer für Altach. Sein Vertrag läuft bis Sommer 2027. Dieser beinhalte außerdem die Option auf ein weiteres Verlängerungsjahr, berichtet der SCR Altach am Sonntag in einer Aussendung. Will Sturm Graz den Spieler also abwerben, muss er bei den Altachern eine offizielle Anfrage stellen, um in die Gespräche eintreten zu dürfen. Den Altachern liegt nach eigenen Angaben aber keine offizielle Anfrage für den 26-jährigen Massombo vor. Im Raum stehen daher nicht nur Vorwürfe moralischer Art, sondern womöglich auch jene eines Regelverstoßes bezüglich der Kontaktaufnahme zu einem Spieler durch einen anderen Verein zwecks Abwerbung. Ein Wechsel des Franzosen ist ohne die Zustimmung des SCR Altach nicht möglich, ein Transfer müsste zwischen den Klubs verhandelt werden. ## Ingolitsch spricht von normalem Prozess Ingolitsch leugnete am Samstag nicht, ein Gespräch mit Massombo geführt zu haben. Er habe allerdings mit sehr vielen Spielern zwecks eines möglichen Transfers gesprochen. Auf die Frage, warum man mit dem Altach-Kicker nicht erst nach dem Match geredet habe, antwortete der Sturm-Coach: „Ich finde, dass ein ganz normaler Prozess abgelaufen ist, wie es immer ist. Man kann sich natürlich ins Gesicht lügen, dass man sagt, dass Vereine nicht mit Spielern sprechen. Ich glaube, dass kein Transfer dieser Welt zustande kommen wird, wenn ein Spieler nicht mit einem Trainer spricht.“ ## Kontakt bestätigt „Der SCR Altach hat die Äußerungen des SK Sturm Graz Trainers nach dem gestrigen Spiel zur Kenntnis genommen. Diese bestätigen, dass ein Kontakt des SK Sturm Graz zu Spieler Yann Massombo stattgefunden hat. Zudem gibt es noch weitere Fakten, die dies bestätigen. Vor diesem Hintergrund sieht sich der Verein dazu veranlasst, weitere Schritte zu prüfen“, heißt es in einer Aussendung des Bundesligisten. Die weitere Vorgehensweise und insbesondere der arbeitsrechtliche Umgang mit dem Spieler würden derzeit noch intern geprüft. „Zu weiteren Details wird sich der SCR Altach zu gegebener Zeit äußern“, so der Verein. ## „Nicht meine Wertvorstellung“ Altach-Trainer Ognjen Zaric richtete sich mit klaren Worten – ohne ihn namentlich zu nennen – an Sturm-Coach Ingolitsch: „Für mich ist Respekt sehr, sehr wichtig. Wenn ich dann aber von der Mannschaft höre, dass ein Trainer im Beisein auch von weiteren Spielern diesen Spieler (Massombo, Anm.) kontaktiert, einen Tag vor dem Spiel, dann vertritt das nicht meine Wertvorstellung. Ich finde das ganz, ganz schlecht.“ Und – so Zaric