Sturm Graz startet mit einem Fragezeichen in die neue Saison. Vizemeister und Tabellenführer der Bundesliga mit 38 Punkten aus 22 Spielen (12 Siege, 2 Unentschieden, 8 Niederlagen) muss Trainer Fabio Ingolitsch zum Europapokal-Auftakt gegen die Hearts of Midlothian am Dienstag improvisieren. Die Vorbereitung verlief nicht ohne Probleme – und die Transferliste ist noch nicht abgeschlossen.
Was läuft nicht nach Plan?
Die Suche nach Verstärkungen gestaltet sich schwieriger als gedacht. Ingolitsch braucht dringend einen Linksverteidiger als Ersatz für den abgewanderten Emir Karić und einen Strafraumstürmer, der für mehr Durchschlagskraft sorgen soll. Doch der Transfermarkt bleibt angespannt: Inflation und die späte WM drücken die Preise, während Sturm Graz gleichzeitig die Kaderkosten reduziert und Strukturen verschlankt. „Wir bilden Rücklagen und halten die Ausgaben im Griff“, sagte ein Clubverantwortlicher. Acht Angreifer stehen aktuell im Kader – zu viele, wie Sportchef Michael Parensen einräumt. Ingolitsch hofft auf schnelle Lösungen: „Die Suche läuft auf Hochtouren. Wir brauchen mehr Präsenz im Strafraum, besonders in engen Situationen.“
Medienberichten zufolge könnte der gesuchte Stürmer Nelson Weiper (21) sein, der bei Mainz kaum Spielzeit bekam.
Wer überzeugt in der Vorbereitung?
Während Seedy Jatta als vereinsinterner Topscorer der Vorsaison (4 Tore) eher als Arbeitstier denn als Torjäger gilt, macht Rückkehrer Szymon Włodarczyk Hoffnung. „Er spielt eine große Rolle in unseren Überlegungen“, sagte Ingolitsch über den Polen, der zuletzt mehrfach verliehen war. Auch Bundesliga-Neuzugänge wie Jürgen Heil (Hartberg) und Simon Seidl (Blau-Weiß Linz) nutzten die spielfreie Zeit für Eigenwerbung.
Doch nicht alles läuft rund: Die Kreativabteilung um Otar Kiteishvili (Wade), Gizo Mamageishvili (Rückenverletzung) und Filip Rozgaj (Oberschenkelverletzung) verpasste viele Einheiten. „Wir hatten unsere Kreativspieler nicht voll an Bord“, so Ingolitsch. Kiteishvili und Mamageishvili kamen zwar im Test gegen Pogoń Stettin (1:0) zum Einsatz, doch ob der Georgier am Dienstag fit ist, bleibt offen. „Alle wissen, dass Otar das Um und Auf in unserem Spiel ist“, betonte Ingolitsch.
Wer fliegt raus?
Nicht mehr im Kader von Sturm Graz sind die Innenverteidiger Emanuel Aiwu und ein weiterer Spieler, der nicht namentlich genannt wurde. Die Defensive soll gezielt verstärkt werden – doch das Budget bleibt knapp. Mit einem Kader von 24 Spielern und einem Torverhältnis von 33:26 (+7) geht es nun darum, die Lücken zu schließen. Der Vizemeister führt die Bundesliga mit einem Punkt Vorsprung vor Red Bull Salzburg an. Das nächste Spiel steht am 10. Oktober 2026 bei Austria Wien (4. der Tabelle) an.
Ingolitsch bleibt optimistisch – doch die Fragezeichen bleiben.
